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Geschichtliche Entwicklung der Freimaurer

In seinem Buch Freemasonry and its Ancient Mystic Rites geht C. W. Leadbeater (1847-1934) - zu Lebzeiten ein anerkannter Theosophist unter Helen Blavatsky - sehr detailliert auf die Abstammung des freimaurerischen Denkens und der Entstehung der Rituale ein.
Es lässt sich heute nicht mehr nachweisen, wo der Ursprung dieses Ordens liegt. Die Anfänge sind im Nebel der Antike verloren gegangen. Man muss jedoch davon ausgehen, dass die allgemein anerkannte Geschichtsschreibung für die Zeit vor der Antike neu formuliert werden muss. Zwar bezieht sich Leadbeater hauptsächlich auf die mythologische Darstellung der Anfänge der ägyptischen Kultur - er geht von dem plötzlichen Auftauchen eines Propheten um 40.000 v. Chr. aus - jedoch muss man sehen, dass Mythologien meistens einen kleinen wahren Kern enthalten, der zumindest in seiner übertragenen Auslegung bei Nachforschungen dienlich sein kann.

Ursprung: Ägypten

Dieser Prophet, der angeblich direkt durch Wirken der göttlichen Macht dem Urvolk erschien, lehrte ihnen die Grundmanifeste der ägyptischen Götterwelt und erzählte ihnen vom Ursprung der Welt. Er lehrt ihnen auch kult-artige Praktiken und prägte ein System von mystischen Zirkeln, die von den Bürgern durch Bestehen von Prüfungen betreten werden konnten. Leadbeater betont, dass es stets zwei Stufen gab: Während die "äußeren Rituale" in aller Öffentlichkeit praktiziert wurden, wurden zu jeder Zeit auch innere Rituale abgehalten, die dem normalen Bürger aus Unkenntnis nicht zugänglich gemacht werden durften. Hier sieht er eine Parallele zu den Logen der Freimaurer, deren höhere Stufen ebenfalls nur einem ausgewählten Kreis offen stehen.
Die weitere Überlieferung dieser Gedanken verfolgt er über die kretischen Mythen und schließlich die Juden und Römer, die für die Ausbreitung des Gedankenguts nach Europa verantwortlich zu machen sind. Die Überlieferung der inneren Rituale erfolgte umsichtig nur durch mündliche Weitergabe an auserwählte Nachfolger.

Rolle der Kirche

Spätestens mit dem Fall des römischen Reiches und der zunehmenden Christianisierung war das Ende der öffentlich praktizierten Rituale gekommen. Da die Kirche auf die aus ihrer Sicht geniale Idee gekommen war, dass nur die Anhänger Christi gerettet und wiedergeboren werden könnten, hatte sie die allgemeine Rechtfertigung, alle Andersgläubigen zu denunzieren und damit ihr freies Auftreten zu unterbinden. Im Jahre 399 n. Chr. gab Theodosius ein Edikt heraus, das alle Wirkungsstätten und Institutionen der "Irrgläubigen" zerstören und deren Glauben abschaffen ließ. So mussten die späteren freumaurerischen Ideale in absoluter Individualität praktiziert und überliefert werden, um der kirchlichen Verfolgung zu entgehen.

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