Rapa Nui
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Entdeckung
Im 18. Jahrhundert war es zentrales Ziel aller Handelsmächte, ihren Besitz zu vergrößern und ihre Macht auszudehnen. Dazu bedienten sie sich ihrer Kolonien und so wurden laufend Entdeckungsfahrten unternommen, um neues Land zu akquirieren und die Landkarte der Erde zu vervollständigen. Seit der Antike hielt sich das Gerücht, dass es südlich des Äquators einen riesigen Kontinent geben müsse, der bislang unentdeckt geblieben war. Der holländische Admiral Jakob Roggeween kreuzte im Jahre 1722 im Auftrag einer finanzkräftigen Handelsorganisation auf hoher See auf der Suche nach diesem sagenumwobenen Reich. Und die Überraschung folgte prompt: Der Admiral und seine Crew erkannten am Horizont tatsächlich die Konturen des vermeintlichen Kontinents. Was sie jedoch gefunden hatten, war nicht der gesuchte Südkontinent, sondern eine kleine Insel, an der sie neugierig an Land gingen. Weil diese Entdeckung genau am Osterfest geschah, nannte der Admiral das unbekannte Land "Paasch-Eyland" - Osterinsel.
Von den Gegebenheiten auf der Osterinsel kann man sich mit Hilfe der Tagebüchern der Mannschaft ein gutes Bild machen. Der Milzsergeant Karl Friedrich Behrens veröffentlichte die Ereignisse später in einem eigenen Buch. Er beschreibt, die ertragreiche Bodennutzung und über die Bewohner sagt er, sie seien "durchgehend munter, wohlgestalt, stark an Gliedern, nicht ganz mager, und doch hurtig an den Füßen, freundlich und anmutig an Gebärden; [...] der Farbe nach waren sie bräunlich, ungefähr wie ein Spanier, doch findet man derselben auch einige schwärzer, auch teils ganz weiß; wie nicht minder derselben auch einige rot, gleich als wären sie von der Sonne etwas stark verbrannt. Ihre Ohren waren so lang, dass sie ihnen bis auf die Schultern hingen." Diese Beschreibung deutet darauf hin, dass Behrens Polynesiern begegnet ist, wohl durchsetzt mit anderen ozeanischen Rassen. Außerdem faszinierten ihn die riesigen Götterbilder, "welche allda in einer großen Menge am Strande aufgerichtet stunden; vor welchem sie niederfielen und sie anbeteten. Diese Götzenbilder waren alle aus Stein gehauen und der Form nach wie ein Mensch, mit langen Ohren, oben auf dem Haupt mit einer Krone gezieret, doch alles nach der Kunst gemacht, worüber wir uns nicht wenig verwunderten".
Nach einer anderen Theorie stammen die Einwohner aus Südamerika, das jedoch wesentlich weiter entfernt ist. Thor Heyerdal unternahm jedoch, um seine Vermutung zu beweisen, 1947 mit einem Floß die abenteuerliche Fahrt von der Küste Perus zu den ostpolynesischen Inseln. Er sieht bei den Steinskulpturen Ähnlichkeiten mit den Exemplaren einiger südamerikanischer Völker und erklärt, dass nur durch eine Besiedlung von Osten aus die Süßkartoffel auf die Insel gelangt sein konnte.
Warum die Einwohner ihre Heimat verließen, um jenseits des Meeres wieder ansässig zu werden, liegt im Dunklen. Es soll Überlieferungen geben, nach denen sie sich vor einer großen Sintflut retten mussten, die ihr Land bedrohte.
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