Rapa Nui
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Verlorenes Wissen
Wie bereits angedeutet ist ein Großteil des Wissens der Alten verlorengegangen. Die Geheimnisse sind Fremden nicht anzuvertrauen, weshalb der letzte Eingeweihte 1914 an Lepra verstarb. Katherine Routlege, die damals die Insel erforschte, konnte ihm nichts neues entlocken. Der einzige Schlüssel scheinen Holztafeln zu sein, die mit seltsamen Symbolen bekritzelt sind. Es ist die Schrift der Osteinsulaner, die die Wissenschaft bis heute vor Probleme stellt. Die eingeritzten Zeichen stellen nämlich keine Buchstaben dar, sondern sind eigentlich Ideen. Darum gibt es keine richtige Übersetzung für ein Zeichen - man muss es "verstehen". Darum waren auch nur die Priester befugt, mit ihr in Berührung zu kommen - für das normale Volk war die Schrift ein Tabu.
Wäre es nicht schon so schwer genug, kommt noch hinzu, dass die Schrift von unten nach oben gelesen wird, wobei die unterste Zeile von links nach rechts verläuft, die nächste dagegen von rechts nach links, usw. (sog. Boustrophedon; extrem selten) Rongo-Rongo, wie sie die Einheimischen nennen, ähnelt der Schrift der Indus-Kultur, die irgendwann vor 4 Jahrtausenden ihren Höhepunkt hatte. Die Polynesier könnten sie schließlich auf Rapa-Nui gebracht haben, wo im 19. Jahrhundert mit dem Tod des letzten Priesters die Osterinsel ihre Geheimnisse für immer und ewig begraben hat.
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