MYSTIC NET Karte Gaestebuch
Archiv Feedback
Home
Bereich: Stonehenge
Stonehenge

Stonehenge

Einleitung
Megalithbauten
Erforschung und Aufbau
Ein Sonnentempel?

Links / Quellennachweis
 

Ein Sonnentempel?

Nach zahlreichen Fehldeutungen war schließlich die Zeit gekommen, dem immer noch rätselhaften Stonehenge mit wissenschaftlicheren und professionelleren Methoden entgegenzutreten.

Im Osten geht die Sonne auf ...

Schon in den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts erkannte der englische Forscher William Stukeley, dass man am Tag der Sommersonnwende die Sonne genau über dem Heel Stone aufgehen sah, wenn man diesen markanten Felsblock aus dem Zentrum der Anlage anvisierte.
Stukeley bestärkte diese Entdeckung zwar in seiner Annahme, ein Druidenheiligtum zu untersuchen, aber letztendlich führte dieser Fund dazu, dass sich jetzt auch Astronomen mit Stonehenge befassten.

So kam 1901 auch der staatliche Himmelsforscher Norman Lockyer in die Ebene von Salisbury. Er nahm die These seines Vorgängers Stukeley als Grundlage und überlegte, dass man zur heutigen Zeit die Sonne nicht mehr genau über dem Heel Stone aufgehen sehen könne, da sich im Laufe der Zeit die Bahn der Erde um die Sonne leicht verändert hat. Diese Abweichung berechnete Lockyer und er erhielt für den Zeitpunkt, an dem die Peilung zur Sonne genau stimmte, das Jahr 1860 v. Chr. Dadurch war der Beweis erbracht, dass die Druiden nicht die Erbauer von Stonehenge waren.

Wenig später kam der amerikanische Astronom G. S. Hawkins, um die Anlage jetzt systematisch zu untersuchen. Er nahm an, dass es außer dieser einen Peilung zur Sonne noch weitere geben müsse; schließlich bestand Stonehenge aus mehr als zwei Steinen.
Während seiner Untersuchungen arbeitete er über 7100 mögliche Verbindungslinien zwischen den einzelnen Steinen heraus. Nachdem ein Computer Häufungen in den Himmelsrichtungen herausfilterte, bestand kein Zweifel mehr daran, dass es sich bei Stonehenge um eine Peilanlage für Sonne und Mond gehandelt hat. Zu seiner Blütezeit (um 1800 v. Chr.) konnte man sowohl die Sommer- als auch die Wintersonnwende genau beobachten und wahrscheinlich auch voraussagen.

Nach diesem wissenschaftlichen Erfolg untersuchte Hawkins die Anlage weiter. Schließlich gab es noch den Sarsenkreis und die Aubrey Holes, deren Nutzen noch nicht geklärt war.
Den Sarsen-Trilithen kam eine ähnliche Aufgabe wie dem Heel Stone zu: Wenn man von der Mitte so durch einen Trilithen blickte, dass man auch durch den äußeren Steinkreis blickte, visierte man wieder einen der markanten Punkte der Sonnen- oder Mondbahn an.
Die Aubrey Holes hatten nach Hawkins' Vorstellung eine andere Aufgabe. Man steckte Holzpfähle nach einem bestimmten Schema in die Löcher. Damit hatte man einen einfachen Kalender "gebaut", mit dessen Hilfe man aber im Gegensatz zu den heutigen Papier-Kalendern Sonnen- und Mond-Finsternisse mit einer Genauigkeit von einigen Tagen voraussagen konnte.

Wozu der ganze Aufwand?

Warum bauten die Alten aber ein Bauwerk solchen Ausmaßen, das es ihnen lediglich erlaubte, bestimmte Tage des Jahres zu bestimmen und den Lauf von Sonne und Mond zu betrachten?
Man vermutet, dass sie die Mühen aus rituellen Gründen auf sich genommen haben. Wahrscheinlich sahen sie in Sonne und Mond Gottheiten, die sie anbeteten. Eine Mond- oder gar Sonnenfinsternis (in der Blütezeit von Stonehenge z. B. am 20.04.-1940, 15.06.-1804 oder 05.07.-1795) war für sie dann von enormer Bedeutung, verschwand doch der entsprechende Gott für eine gewisse Zeit im Nichts um kurz darauf wieder aufzutauchen.
Mit Hilfe von Stonehenge konnten die Gelehrten den Bauern sagen, wann sie ihre Saat ausbringen mussten und wann die Zeit der Ernte gekommen war. Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Völkern, die zu jenen Zeiten in Europa seßhaft wurden.

© 1999