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Bereich: Tempelritter
Tempelritter

Tempelritter

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Entstehung
Niedergang
Was war wirklich?
 
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Entstehung des Ordens

Im 11. Jahrhundert wurde das Christentum vehement von anderen Religionen angegriffen. Die heilige Stadt Jerusalem war von den Türken eingenommen worden. Papst Urban II. rief deshalb dazu auf, die Heilige Stadt zurückzuerobern und ist damit als Begründer der Kreuzzüge anzusehen. Dieses Ereignis sollte fatale Folgen für die kommenden Jahre haben.
Die Welt befand sich im Ausnahmezustand: Viele tausend gläubige Christen verließen ihr Heimatland und zogen in den "Krieg gegen die Ungläubigen". Freilich sah nur ein Bruchteil der Kreuzfahrer die Heimat ein zweites Mal wieder. Die große Masse erreichte dagegen nicht einmal das Ziel Jerusalem, sondern wurde bereits auf dem Weg von Sarazenen ausgeraubt, versklavt oder umgebracht. Die begeisterten, hochmotivierten Christen ließen sich von Rückschlägen jedoch nicht abhalten. Peter von Amiens zog mit einem Heer, das eher wie eine "Bauernschar" anmutete, nach Afrika und erlitt eine katastrophale Niederlage. Die "Krieger" waren praktisch ohne Bewaffnung und Ausrüstung in den Gefechten vernichtend geschlagen worden. Gottfried von Buillon versuchte es erneut und hatte 1099 Erfolg: Er hatte französische, flämische und normannische Ritter um sich versammeln können und vermochte damit Jerusalem zurückzuerobern. Er gründete dort ein "christliches Königreich".
Somit war der Weg frei: Schätzungen zufolge sollen 1118 Hugo de Payens, Bernhard von Clairvauix und Johannes Michaelensis in den Ruinen des Tempels von Jerusalem die "Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel" gegründet haben. Hugo de Payens wurde der erste Großmeister des Ordens. Johannes Michaelensis legte Riten und Statute schriftlich fest. Das Emblem der Templer ist ein Pferd, auf dem zwei behelmte Ritter mit Schild und Speer sitzen. Dies symbolisiert Brüderlichkeit und Armut.

Beschützertum

Die eigentliche Aufgabe der Tempelritter war die Sicherung des Weges von Europa nach Israel. Sie legten zahlreiche befestigte Wege an und bewachten diese. Allerdings wuchs der Orden schnell und die Mitglieder gaben sich damit nicht mehr zufrieden. 1129 wurden schon 300 Mitglieder gezählt, die aus allen Bevölkerungsschichten kamen. Auch Reiche fanden sich darunter. Die teilweise ausgebildeten Krieger mischten nun immer mehr in den Gefechten um Jerusalem mit. Mehrere Kreuzzüge endeten wiederum in erbärmlichen Niederlagen.
 
Interessant ist die Tatsache, dass der Orden von Anfang an unter der Obhut und dem Schutz des Papstes stand. Noch vor der Ordensgründung wurden die Ritter als ungläubige Schurken verurteilt, "Ehebrecher, Plünderer, Mörder" eben. Der plötzliche Sinneswandel der Kirchenoberhäupter war für die Historiker zunächst überaus rätselhaft. Wieso wurde eine militante Gruppe plötzlich geduldet, obwohl allen anderen Ordensmitgliedern das Tragen von Waffen strengstens verboten war?
Man geht heute davon aus, dass die Kirche die Tempelritter gebilligt hat, um das erhebliche Gefahrenpotential, das von den Rittern ausging, zu kanalisieren, indem man ihnen einen Auftrag gab, der sie eine Weile "in Schach" halten würde. Man könnte auch sagen, die Kirche fürchtete das Machtpotential, das von den Kriegern ausging, und wagte die Flucht nach vorne, um einer Gefahr zu entgehen, die sich erst am Horizont abzeichnete.
Ganz unbegründet war diese Furcht jedoch nicht. Der Klerus war im 12. Jahrhundert bereits mehrmals in Kritik geraten, weil die Bischöfe in den Augen der Bürger nicht ihrer eigentlichen Aufgabe, der Seelsorge, nachkamen. Stattdessen hatten Sie weltliche Besitztümer, waren Eigentümer großer Landmassen und lebten in Prunk und Verschwendung. In der Tat bestand die Gefahr, dass sich die eigentlich neutralen Ritter auf die Seite des Volkes schlagen würden und das in säuberlicher Kleinarbeit errichtete Kleinod der Kirche niederreißen könnten. So wurden die Templer von den Päpsten gehegt und gepflegt, um sie bei Laune zu halten. Seit Papst Innozenz II. (1130-1134) erhielten die Ritter finanzielle Zuschüsse und wurden von Steuern und der Abgabe des "Zehnten" befreit.
 
Der Orden wuchs ins Unermessliche. Waren es im Jahre 1129 noch 300 Mitglieder, so schätzt man die Bruderschaft in ihrer Glanzzeit auf 3.000 bis 20.000 Mitglieder - die Gemeinschaft musste schließlich untergliedert werden, um besser verwaltbar zu sein. Die Ritterschaft war jetzt so mächtig, dass sich reiche Kaufleute Schutz erkauften. Als Gegenleistung erhielten die Brüder Geld, Güter und Grundstücke, die sofort in den Besitz des Ordens übergingen. Es entstand eine Art Staat im Staate, ähnlich den Kirchengütern, die Deutschland in zahllose, separat regierte Flecken zerrissen. Diese Entwicklung stand natürlich in krassem Gegensatz zum ursprünglichen Armutsgelübde. Allerdings lernten die Templer mit hohen Geldsummen umzugehen - sie erfanden Jahrhunderte vor Augsburgs Fuggern das Bankwesen und sind damit als Begründer des Wechselgeschäfts anzusehen.
Wollte ein Händler nämlich in einer fernen Stadt Waren einkaufen, musste er immer Münzgeld mitnehmen. Er war damit ein leichtes Ziel für Wegelagerer und Räuber, die ihm auf seiner Reise auflauerten. Jetzt konnte er in seiner Heimatstadt zu einer "Bank" gehen und dort einen Geldbetrag gegen einen Wechsel eintauschen, der auf seinen Namen ausgestellt war. Für Räuber war der Wechsel wertlos, nur sein Besitzer vermochte ihn in einer Bank in der fernen Stadt wieder einzulösen.

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