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Tempelritter

Tempelritter

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Niedergang
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Der Niedergang der Templer

Das Ausmaß dieser Aktivitäten nahm bislang unbekannte Formen an. Weil die Templer so erfahren im Umgang mit Geld waren, vertrauten die Reichen Ihnen die Vermögensverwaltung an; sogar Schätze von Fürsten standen unter der Obhut des Ordens. Auch die Steuern ließ man von dem Tempelrittern eintreiben.
 
In den Augen vieler Kirchen- und Landesoberhäupter waren die Templer nun zu einer Gefahr geworden. Es war jedoch viel zu spät, um den Orden formal aufzulösen, wollte man keinen Krieg riskieren. Um das Problem zu lösen, bediente man sich zahlreicher Intrigen, in die Mitglieder des Ordens verwickelt wurden. In den Protokollen der Verhöre von ehemaligen Mitgliedern tauchten Verdachtsmomente auf, die die Auflösung des Ordens beschleunigen sollten. So leitete Frankreichs König Phillip der Schöne am 24. August 1307 eine "Untersuchung" ein, die sich mit den Gerüchten auseinandersetzen sollte, die Templer würden Gott lästern, ein Staatsverbrechen!
Phillip faszinierte der unumschränkte Reichtum des Ordens, er wollte Teilhabe an den Tempelschätzen. Dazu stand ihm der strikt organisierte Orden schlicht im Wege. Am 12. und 13. Oktober 1307 begann der Untergang einer der mächtigsten Geheimgesellschaften der Geschichte: In einer Nacht- und Nebelaktion ließ man alle Tempelritter in Frankreich verhaften und einsperren. Am 16. Oktober hatte Phillips Aufforderung, alle Templer in Europa zu verhaften, auch die Landesfürsten der restlichen Länder erreicht. Der Befehl wurde durch den Papst im November 1307 ratifiziert und umgesetzt. Die Verhöre lieferten schnell Erkenntnisse zu den Vorwürfen. "Geständnisse" wurden veröffentlicht, die Gotteslästerungen, Unzucht und unsittliche Orgien eingestanden. Die Berichte sind großenteils so grausam, dass auf ihre Wiedergabe an dieser Stelle verzichtet werden soll.
 
Dass die Geständnisse freilich herausgepresst wurden und jeglicher Wahrheit entbehrten, belegen zahlreiche Dokumente. Piosard de Gizy berichtet in einem Brief von 1309, dass er drei Monate vor dem Gefängnis des Erzbischofs von Paris in einer Grube eingesperrt worden sei. Man habe ihm nur Brot und Wasser gereicht; die Hände seien ihm hinter dem Rücken so fest verschnürt worden, dass Blut aus den Nägeln tropfte. Er sei mittlerweile bereit, alles auszusagen, was man wünsche, bereit, Feuertod, Tod durch Verbrühen oder Enthaupten zu erdulden, wenn nur die Qualen endlich aufhörten, die ihn seit mehr als zwei Jahren plagten.

Ein verhängnisvoller Tag

Allerdings sollte sich das Blatt noch einmal wenden. Jaques de Molay widerrief am 26. August 1308 sein "Geständnis" und wollte sich vor dem Papst selbst rechtfertigen. Schließlich hatte Papst Innozenz IV. (Pontifikat 1243-1254) entschieden, die Templer seien nur dem Papst selbst Rechenschaft schuldig. Jaques sah die praktizierte Vorgehensweise als Rechtsbeugung an. Papst Clemens V. war sich des Ernstes der Lage natürlich bewusst. So gab er 1308 bekannt, er zweifle stark an der Echtheit der Befragungsprotokolle und entband die Inquisitoren von ihrer Aufgabe. Er selbst werde den weiteren Fortgang in die Hand nehmen. Für die Templer war dies ein Lichtblick. Sollte sich das drohende Schicksal noch einmal von ihnen abwenden?
Die Hoffnung war indes vergeblich. Auf Drängen von Phillip wurden die Inquisitoren wieder eingesetzt - erst im Mai 1311 waren die Befragungen zu Ende. Bis zuletzt war der Papst jedoch nicht von der Schuld der Templer zu überzeugen. Aus "führsorglicher Rücksichtnahme auf das allgemeine Wohl und mittels päpstlicher Verordnung" löste er jedoch unter dem Druck der Öffentlichkeit am 22. März 1312 den Orden der Tempelritter offiziell auf. Die Aktivisten wurden schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt, weil ihnen keine unmittelbare Schuld nachgewiesen werden konnte.
 
Interessant erscheint hier die Anekdote, dass Jaques de Molay gegen Ende des Prozesses noch einmal laut wurde und alle Anschuldigungen für erlogen hielt. Auch Gottfried von Charney begehrte auf und zeigte sich entrüstet. Beide meinten, sie hätten den Tod nur deshalb verdient, weil sie unter der Folter schwach geworden seien und falsches Zeugnis abgelegt hätten. Der Aufstand sollte allerdings nicht ohne Konsequenz für die beiden letzten Großmeister ihrer Zunft bleiben. Die Urteile wurden nachträglich in Todesstrafen umgewandelt und beide Templer noch am Abend auf dem Scheiterhaufen bei vollem Bewusstsein verbrannt. Als die Flammen emporschlugen soll Jaques de Molay König und Papst verflucht haben, innerhalb eines Jahres ihn an der Himmelspforte vor dem Gericht Gottes zu treffen. Weder König noch Papst überlebten die kommenden 12 Monate.

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