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Bereich: Teufel und Hexen
Teufel und Hexen

Teufel und Hexen

Einleitung
Himmel und Hölle
Die Inquisition
Besessenheit
Andere Ansichten
Zusammenfassung
 
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Himmel und Hölle

Bereits im Jahre 547 erkannte die Kirche die Existenz der Hölle an. Im Laufe der Jahre wurden auf verschiedenen Konzilen auch der Teufel (die Kirche spricht von "Satan") und Dämonen anerkannt. Sie seien einst durch Gott von Natur aus gut geschaffen worden, hätten sich dann jedoch durch eigenen Willen gegen ihn gewandt.
Die offizielle Anerkennung stellt eine kleine Revolution dar. Glaubte man bisher nur an den einzigen Schöpfer "Gott", der uneingeschränkte Macht über die Welt ausübe, kam nun auf einmal eine zweite Instanz, Satan, der Gegenspieler Gottes, hinzu. Er regiere in der Hölle, in der die Seelen der Toten leiden, also dem Gegenteil des Himmels. Dieses dualistische System ist keineswegs einmalig, es tritt in vielen Religionen des Ostens auf. Der Teufel (also Satan) wirkt jedoch nicht direkt auf die Erde, genauso wenig, wie Gott selbst in das Leben der Menschen eingreift. Vielmehr bedienen sich beide Herrscher ihrer Untertanen, die in ihrem Auftrag Taten bzw. Verkündigungen ausführen.

Schwarze Magie

Die dunkle Seite der Macht (man sieht: auch George Lucas nimmt an diesem System Anleihe) bedient sich insbesondere magischer Fähigkeiten, um ihren Einfluss zu steigern: der sogenannten "Schwarze Magie", die mittels okkulter Praktiken und Handlungen, die Mächte der Finsternis in Form von Bannen, Zaubern und Dämonen beschwört. Dabei sehen sich ihre Anhänger wiederum als Gegenpol zum normalen Glauben. Erreicht wird dies unter anderem, indem sie Gebete rückwärts sprechen oder Symbole verkehrt herum zeichnen (das auf dem Kopf stehende Pentagramm oder das verkehrt hängende Kreuz Jesu).
Allgemein verwendet man für derlei Praktiken den Begriff Hexerei, die nach Jean Bodin, wissenschaftlich ihre Ziele mit teuflischen Mitteln zu erreichen versucht. Dieser Glaube kam durch die Annahme auf, dass sog. Dämonen alle Entscheidungen und Handlungen des Alltagslebens bestimmen und damit nichts dem Zufall überlassen ist. Durch List und geheime Methoden hofften nun die angeblichen Hexen, die Dämonen gut zu stimmen und dadurch ihr Schicksal in die Hand nehmen zu können.
Dazu bildete sich ein spezieller Hexenkult heraus, wobei das oberste Ziel als die körperliche Vereinigung mit dem Teufel angesehen wurde. Der Phalluskult ist eine besonders ausgeprägte Form dieses Glaubens. Damit steht die Schwarze Magie abseits von den traditionellen monotheistischen Religionen, wo die geistige Vereinigung mit den entsprechenden Gott als Lebensziel gilt. Eine besonders populäre Praktik hat heute nur noch im sog. Voodoo-Zauber der Eingeborenen der verschiedenen Urwälder überlebt: Der Glaube, dass sich Handlungen auf eine Nachbildung einer Person (etwa eine Wachsfigur) direkt auf ihr symbolisiertes menschliches Ebenbild auswirkten.

Hexenpraktiken

Die Schwarze Magie stellte damit eine erhebliche Bedrohung für Politik und Gesellschaft dar, konnte man doch ohne Probleme unliebsame Mitglieder kurzerhand aus dem Weg schaffen oder wichtige Entscheidungen beeinflussen. Deswegen war bereits in den hebräischen und römischen Gesetzestexten der Umgang mit Hexen bei Todesstrafe verboten. Schließlich erkannte auch die Kirche den Hexenglauben an, da sie ihre uneingeschränkte Macht wohl durch die Bildung von immer mehr Geheimgesellschaften seit 1000 n. Chr. Schwinden sah. Diese Gruppierungen organisierten sich mit der Zeit zu einem einheitlichen System, das sich obszöner und abstoßender Praktiken bediente (dazu später mehr) - der eigentliche Hexenkult war geboren. In der Folgezeit entbrannte eine hitzige Diskussion über die Realität des Hexenwahns, wobei viele namhafte Gelehrte der Ansicht waren, dass es sich alles um Einbildung handle. Die Tatsache, dass der angesehene hl. Thomas von Aquin die Existenz "wissenschaftlich" bestätigte, sollte jedoch weitreichende Folgen haben. Auf seine Äußerungen berief sich in vier langen Jahrhunderten die Inquisition, der tausende Unschuldige zum Opfer fielen.

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