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Bereich: Teufel und Hexen
Teufel und Hexen

Teufel und Hexen

Einleitung
Himmel und Hölle
Die Inquisition
Besessenheit
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Die Inquisition

Im Jahre 1229 wurde unter der Regentschaft des Papstes Gregor IX. beschlossen, dass in Frankreich jede Gemeinde einen Priester zur Auffindung von Ketzern (die mit Hexen gleichgesetzt wurden) abzuordnen habe. Wenige Jahre später wurde diese Aufgabe den Dominikanermönchen übertragen. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts hatte sich die Inquisition über Italien bis nach Spanien ausgedehnt. Sie erhielt ihren Auftrag zur Vernichtung der Ketzerei und Schwarzen Magie direkt vom Vatikan, wobei er, wie sich später herausstellen sollte, nur als Vorwand eingesetzt wurde. Vielmehr wurden ausgestoßene Gesellschaftsgruppen von den redlichen Mitbürgern mit Hilfe dieser neuen Waffe gezielt ausgeschaltet und so wanderten in der Inquisitions-Hochburg Spanien großenteils Juden und Mauren auf den Scheiterhaufen. Um die Gesetzeswidrigkeit weiter zu vertuschen führte man hier das Autodafé ein, wo man in Form eines Glaubensaktes immer zahlreiche Hexen auf einmal verbrannte.
Diese fanatischen Aufführungen versetzen die Bevölkerung in Angst und Schrecken, musste sie doch Aug in Aug mit den Hingerichteten heilige Kirchenlieder und Gebete sprechen. Natürlich wurde der angeblich heilige Auftrag missbraucht: Die heimliche Denunziation der Mitbürger wurde jedoch von der Kirche toleriert und in ihrem Heiligkeitsrausch nicht weiter ernstgenommen.

Ursachen

Aber wie konnte es überhaupt zu dieser Massenpsychose kommen? Diese Frage kann auch aus heutiger Sicht nicht eindeutig beantwortet werden. Auffällig ist lediglich die Tatsache, dass die katholische Kirche zu der damaligen Zeit vehement gegen Andersgläubige und Aussätzige vorgegangen ist. So wurden von ihr im 14. Jahrhundert, als der Schwarze Tod, die Pest, zahllose Menschenleben in Europa forderte, schnell die Schuldigen ausgemacht. Die Juden seien für das Übel verantwortlich, das die Menschheit quäle. Man sagte ihnen sogar nach, die Brunnen vergiftet zu haben. Die Konsequenz: Im aufkeimenden Antisemitismus fanden abertausende Juden den Tod.
Auch wenig später als das Flagellantentum in Europa aufkam, besser bekannt in Form der Geißelbrüder, die sich in ihrer religiöser züchtigen und mit Peitschen geißeln, ging die Kirche unbarmherzig gegen diese moralische Bedrohung für die Bürger vor; viele wurden vor den Augen der Einwohner aufgehängt, bis wieder Ruhe einkehrte.
Genau diese harsche Vorgehensweise wird heute als eine Ursache für die Eskalation angesehen, die die Inquisition zur Folge hatte. Der 1485 von den beiden Dominikanern Sprenger und Institoris herausgegebene "Hexenhammer" enthielt zahlreiche Anleitungen und Thesen, die die Inquisition zum einen legitimierten und ihr Vorgehen én detail festlegten.

Werkzeuge und Beweise

War die Wirklichkeit des Hexenkults erst einmal anerkannt, entwickelten sich in kurzer Zeit allerlei Spekulationen und Thesen. Als Beweismittel gegen angebliche Hexen verwandte man oft den sogenannten Teufelspakt, bei dem eine Hexe dem Teufel ihre Seele verkauft und dafür Ehre und Ruhm versprochen bekommt. Unterzeichnet wird der Vertrag mit einem Blutstropfen. Besiegelt wurde der Vertrag angeblich mit dem Teufelsstigma, einem kleinen Fleck, den die Hexe an einer verborgenen Stelle, so zum Beispiel in der Achselhöhle, am Körper trug. Als weiteres Erkennungsmerkmal galt das Verhalten der verdächtigten Person: Bereits kurz nach Unterzeichnung des Vertrags lehnte sie sich gegen kirchliche Lehren auf und missachtete die Worte der Priester.
Es gab zahlreiche Experimente mit den der Hexerei Angeklagten, die allesamt durch ein Gottesurteil eine Beurteilung der Person forderten. Populäre Tests waren das Absenken in einen Fluss, wobei die mit Bleigewichten beschwerte und an Händen und Füßen gefesselte Versuchsperson nach Vorstellung der Richter eine Hexe war, wenn sie nicht unterging; andernfalls wurde sie posthum freigesprochen - wahrlich ein geringer Trost.
In manchen Gegenden setzte sich auch die Nadelprobe durch, in England unter dem Begriff witch-pricking (Hexenstechen). Das Leben der Angeklagten wurde davon abhängig gemacht, ob sie aus einem Nadelstich bluteten oder nicht. So konnte man auf zeitraubende Prozesse verzichten, wobei hier erhebliche Manipulationen durchgeführt wurden.

Teufelspakt
Unterzeichneter Teufelspakt

Bräuche

Die meisten damaligen "Forscher" waren der Ansicht, dass der Teufel seine Aufträge den Hexen auf religiösen Zusammenkünften erteilte. Diese nannte man Sabbat, wobei diese Bezeichnung nichts mit dem biblischen Sabbat zu tun hat. Sie steht vielmehr in Zusammenhang mit der phrygischen Gottheit Sabazios, die als Gottheit der Orgien angesehen wird. Die Treffen wurden oft an bestimmten Tagen abgehalten, so zum Beispiel Abend des 30. Aprils, als Versammlungsort wurde zumeist ein abgestorbener Baum oder auch ein Galgen ausgesucht.
Wichtigstes Element war zweifellos die Hexensalbe, die für den unbedarften Menschen sofort tödlich war. So gestanden einige ehemalige Hexen unter den Folterqualen, damit Türklinken eingeschmiert zu haben und sich selbst von Kopf bis Fuß damit einzureiben, um schließlich etwa auf einem Besenstiel durch die Lüfte zu fliegen. Genauere Untersuchungen der zeitgenössischen Wissenschaft haben ergeben, dass es sich dabei um eine Mischung aus halluzinierenden Kräuterextrakten handle, von den angeblichen Zutaten, geröstete Katzen und Kröten wurden keine Spuren aufgefunden.
Das Treiben der Inquisition dauerte über vier Jahrhunderte an, bis sich im Zuge der Aufklärung schließlich Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert erstmals und damit endgültig gegen Hexenverfolgungen aussprach. Trotz leiser Proteste mussten sich die Priester seinem Willen beugen.

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